Pferdegymnastik Smokey 02.04.17

Sinnvolle Gymnastik hält Pferd und Reiter körperlich und geistig fit. Besonders die Seitengänge in allen Versionen sind eine gute Möglichkeit die Koordination und Feinfühligkeit des Reiters zu schulen sowie das Körpergefühl und die Bewegungskoordination des Pferdes zu fördern. Diese Übungen machen nicht nur Freude, sie stärken das Selbstbewusstsein des Pferdes und machen geschmeidig. So wird die Lebensqualität und das Wohlgefühl des Pferdes gesteigert. Vorausgesetzt alle Übungen werden ohne Zwang ausgeführt und schonend erarbeitet. Das Pferd soll sich stark, fähig und stolz fühlen. Es soll mit sich selbst zufrieden sein. Für Pferde jeden Alters sind Seitengänge die Gmynastik der Wahl. Smokey ist nun etwa 28 Jahre alt und er profitiert enorm von unserer regelmäßigen, schonenden Körperarbeit. Der Reiter hat mittels den Seitengängen die Möglichkeit seinen Sitz zu verbessern, seine Hilfengebung zu verfeinern und seine Körpermotorik zu schulen. Sämtliche Lektionen sind niemals Selbstzweck, sondern immer mit Sinn für Körper und Geist von allen Beteiligten. Natürlich wendet der Reiter niemals Kraft an – das würde ihn sofort aus der Balance bringen und damit auch das Pferd. Und niemals vergessen: die Freude am gemeinsamen Tun ist das oberste Ziel!

Smokey und ich. Wir „sammeln uns“ im ruhigen aufmerksamen Stehen, sowohl geistig als auch körperlich. Damit ist gemeint, dass wir uns zentrieren, unsere Mitte suchen und uns freudig aufeinander einlassen. Oft höre ich der Reiter soll das Pferd versammeln…. das geht nicht- der Reiter kann das Pferd nicht versammeln. Nur das Pferd selbst kann SICH sammeln, seine Gedanken und Gefühle zentrieren, seine Kraft in der Körpermitte sammeln. Wenn sich der Reiter „versammelt“, also seine Gedanken beisammen hat und mit seiner ganzen Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt ist, bei sich selbst und seinem Körper, so ist er bereit zur Kommunikation mit dem Pferd. Über diese Kommunikation kann ich das Pferd über mein inneres Bild und meine Körpersprache (Sitz, Hilfengebung) dazu anregen, SICH zu sammeln. Versammlung im reiterlichen Sinne kann immer nur als Einheit von körperlich und geistiger Sammlung = Zentrierung gesehen werden. Alles andere führt nur zu einem Zusammenschrauben des Pferdes, was nichts mit Versammlung im Sinne von Zentrierung und Ballung der Kräfte und der Aufmerksamkeit zu tun hat. Echte Versammlung kommt immer von innen, von der mentalen Aufmerksamkeit und dem Bewusstsein für den eigenen Körper.
Traversvolte für Geschmeidigkeit und Koordination.
Traversvolte linksherum (1) – in der Traversvolte treten die Vorderbeine in einem größeren Radius als die Hinterbeine. Das Pferd stellt und biegt SICH in Bewegungsrichtung (niemals biegt der Reiter das Pferd!). Wenn Pferd und Reiter auf einer Wellenlänge kommunizieren fühlt sich alles schwerelos und leicht an. Keine Bewegung wird mehr herausgequetscht oder krampfhaft gezogen/geschoben. Alles entsteht aus der Aufmerksamkeit um die innere Mitte heraus. Das Pferd wird als vollwertiger Partner ernst genommen, es macht Vorschläge und setzt Ideen selbstständig um. Der Mensch bietet Hilfestellung – und so entsteht ein wundervolles Ganzes: Harmonie.
Traversvolte linksherum (2)
Traversvolte linksherum (3)
Renversvolte – die Hinterhand beschreibt einen größeren Kreis als die Vorhand, das Pferd stellt und biegt sich in Bewegungsrichtung. Smokey tritt mit seinem äußeren Hinterbein weit über das innere Hinterbein hinweg, dadurch kippt er seine Hüfte und sein Becken ab.
Renversvolte
Sehr enge Traversvolte als Vorbereitung für die Schrittpirouette

Buchtipps:

Oliver Hilberger „Gymnastizierende Arbeit an der Hand“

Bent Branderup „Akademische Reitkunst“

Christin Krischke „Du entscheidest – Reiten mit gutem Gewissen“

Sadko G. Solinski „Pferdegymnastik“

Claus Penquitt „Die Freizeitreiter-Adademie“

Anja Beran „Klassische Reitkunst“

Jean-Claude Racinet „Feines Reiten in der französischen Tradition der Legerete“