August 2019

Juli 2019 – Ausflug zu den ehemaligen Steinbrüchen rund um Zachenberg

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken
der wird im Mondschein, ungestört
von Furcht die Nacht entdecken.

Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Tier, zum Narr, zum Weisen,
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.

Er weiß, dass er nichts weiß,
wie alle andern auch nichts wissen,
nur weiß er, was die anderen
und er noch lernen müssen.

Wer in sich fremde Ufer spürt,
und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört
von Furcht sich selbst entdecken.

Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst blickt er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt
nimmt er gelassen auf.

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein, ungestört
Von Furcht die Nacht entdecken.

Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.

Liedtext von Novalis

Frühlingsboten März 2019

Selbstbewusstsein – Selbstwert – Selbstliebe – Selbstmitgefühl

Ich möchte Euch liebe Leser heute mal wieder an meinen mitunter unsortierten Gedanken Teil haben lassen. Schon lange beschäftige ich mich mit mir selbst, dem Menschsein an sich, mit meiner Sicht auf die Welt, mit meinen Gefühlen und Gedanken. Es ist jetzt etwa ein Jahr her, dass ich einen Beitrag hier im Blog geschrieben habe über Dankbarkeit und über Erwartungen. Immer mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass es etwas ganz anderes ist über ein Gefühl nachzudenken als ein Gefühl zu fühlen. Von zu viel nachdenken, kommen wir eher weg von unseren Gefühlen. Gefühle sind manchmal einfach da, auch wenn wir vom Verstand her wüssten, dass es so nicht sein “sollte”. Ich “soll” keine Erwartungen haben und dennoch bin ich traurig, dass manche Dinge so sind wie sie sind. Eigentlich sollte ich dankbar und glücklich sein, dennoch ist da manchmal ein trauriges Gefühl. Gegen diese Traurigkeit kommt auch manchmal der Verstand nicht an. So ist es vielleicht besser, die Traurigkeit einfach anzunehmen und zu fühlen. Das heißt nicht, dass ich diese Traurigkeit lieben muss… darum geht es nicht. Es geht darum im Hier und Jetzt zu sein und das Gefühl wahrzunehmen und dann wieder ziehen zu lassen. Gefühle in positiv und negativ zu bewerten ist Sache des Verstandes. Wenn wir es schaffen, jedes Gefühl erstmal zu fühlen (wie gesagt wir müssen das Gefühl nicht mögen, wer ist schon gerne traurig oder wütend), darf es auch wieder gehen. Es geht darum einfach hinzufühlen, was macht das Gefühl mit mir. So kann ich lernen mit mir selbst mitfühlend und sorgsam umgehen. Alle Gefühle dürfen da sein. Ich verurteile mich nicht dafür, dass ich gerade schlechte Laune habe, die schlechte Laune darf einfach da sein und darf auch wieder gehen. Das ist ein viel freieres Gefühl, als ständig zu versuchen alles an mir zu lieben. Wenn ich den Anspruch hege, mich selbst mit allem zu lieben, so verurteile ich mich dafür, wenn ich dann mal ungeduldig, ärgerlich oder zornig bin. Denn das liebe ich nunmal nicht an mir. Wäre es nicht ein guter Anfang die Gefühle, die wir nicht an uns lieben (können) einfach so sein zu lassen wie es ist. Ich glaube, wenn wir unseren unerwünschten Gefühlen mit Nachsicht und Selbstmitgefühl begegnen, können wir viel besser lernen damit umzugehen als wenn wir diese “negativen” Gefühle loswerden wollen oder uns unter Druck setzen, diese “lieben” zu müssen. Wenn eine Freundin traurig ist, tröste ich sie …. genauso tröstend kann und darf ich mit mir selbst umgehen, wenn es mir nicht gut geht. Ich darf die Gefühle zulassen, muss mir nichts schönreden. Ich darf aber sanft und einfühlsam mit mir umgehen, damit ich diese Gefühle möglichst gut ertragen und ziehen lassen kann. Das bringt mich dann viel mehr zu Selbst-BEWUSSTSEIN, denn ich fühle mich, ich erlebe mich als Ganzes.