Postament und Gymnastik – Spiel und Spaß mit den Pferden 26.03.17

Wir haben als neues Trainings-Equipment Holzpaletten organisiert…. seht selbst wie viel Freude unsere Vierbeiner damit haben:

Lea ist bereits Profi im Besteigen von Podesten. Sie hat große Freude daran, sooooo groß zu sein – obwohl es ihr anfangs sehr schwer gefallen ist, sich zu trauen. Die Höhe des Podestes habe ich deshalb nur langsam gesteigert.
Das Ersteigen von Podesten ist förderlich für das Selbstbewusstsein des Pferdes und es ist eine wunderbare Ganzkörpergymnastik. Die Auge-Huf-Koordination sowie die gesamte Motorik und das Körpergefühl des Pferdes werden geschult.
Das Hinunter und Herauf im Kompliment ist eine ähnliche Gymnastik wie das Hinauf und Herunter vom Podest. Beides sollte mit gestrecktem Vorderbein und geradegerichtetem Körper geschehen. So werden fast alle Muskeln des Pferdekörpers auf schonende Weise abwechselnd gestärkt und gedehnt.
Genauso wie beim Besteigen des Podest darauf geachtet werden sollte, dass abwechselnd das rechte und das linke Bein stemmt, so sollte man das Kompliment immer auch auf beiden Seiten trainieren. Lea hat große Freude an der wohltuenden Gymnastik. So sind derartige Übungen nicht nur ein Gewinn für den Körper, sondern auch für die Seele des Pferdes.
Der Spanische Schritt bereitet Lea besonders große Freude. Sie bewegt sich stolz und selbstbewusst.
Smokey konzentriert sich im Schulhalt nach hinten. Er kippt im Stehen mit dem Becken ab und verlagert seinen Schwerpunkt nach hinten. Dadurch wölbt sich der Rücken und der Widerrist hebt sich. Das Pferd versammelt sich sowohl körperlich als auch geistig.
Smokey untersucht das Podest. Zugleich nimmt er Maß, um die Höhe und den Abstand des Abstemmens einschätzen zu können. ********************* Hinweis: Es ist wichtig, die Oberseite des Podestes rutschfest und ohne Spalten zu gestalten. Hier haben wir z.B. einen Teppich über die Paletten gespannt, die Zwischenräume haben wir vorher mit Brettern zugezimmert. Natürlich muss das Podest stabil und fest stehen. Niemals darf das Pferd schlechte Erfahrungen machen, mit dem Podest kippen oder Ähnliches. Das liegt unbedingt in der Verantwortung des Trainers, wenn man mit derartigen Übungen beginnen möchte! (Buchempfehlung: Zirzensische Lektionen mit Pferden Band 1 und 2 von Eva Wiemers)
Voller Selbstzufriedenheit thront Smokey auf dem Podest.
Wir setzen noch einen Drauf 🙂 . Noch mehr Imponiergehabe, noch mehr Stolz 🙂
Smokey „verwandelt sich“ vom puscheligen Pony in den stolzen Hengst 🙂 — er fühlt sich unbesiegbar und stark …. …. und ich darf ihn dabei unterstützen … ich darf ihm helfen, seine Stärken zu finden und seine wahre innere Größe zu entdecken….
Natürlich trainieren wir -wie immer- beiden Körperseiten gleichermaßen.
Das spielerische Training am Podest macht auch Hund Woody und Kater Garfield große Freude.
Herausforderungen machen nicht nur Freude, sondern machen stark…. egal ob Mensch, Pferd, Hund oder Katze 🙂 — und die Kommunikation sowie das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier werden gestärkt.
Selbstverständlich bekommen auch Woody und Garfield nach der Übung überschwängliches Lob und ein Leckerli 🙂
Auch Lilly besteigt bereits vertrauensvoll das Podest. Sie ist jedoch noch etwas unsicher, weshalb ich ihr bestärkend zurede und sie am ganzen Körper abstreiche.
Lilly sieht sehr zufrieden aus – sie bewältigt die Situation großartig.
Ich baue mit den Paletten eine Engpassgasse. Lilly soll Schritt für Schritt fühlend und aufmerksam durch den Engpass schreiten. Das Lernziel dieser Übung ist vor allem Ruhe und bewusstes Schreiten.
Nach jedem Schritt halten wir an und ich belohne das ruhige Stehen.
Zwischendurch streiche ich Lilly´s Körper ab, um ihr Gefühl immer wieder in ihre Beine und auf ihren gesamten Körper, besonders in den hinteren Bereich zu lenken. Das bewusste Anhalten und Stehenbleiben ist eine der wichtigsten Übungen für Körperbewusstsein und Bewegungsgefühl.
Und wieder ganz langsam ein Schritt – und Anhalten – und loben.
Und der nächste Schritt – und Halt und Lob
Und langsam noch ein Schritt…
… und Anhalten und Loben
Und mit viel Geduld gaaaaanz bewusst mit tiefem Hals noch ein Schritt.
Und der letzte Schritt – wir haben den Engpass hinter uns und halten unmittelbar dahinter an und bleiben in Ruhe stehen.
Und wieder Abstreichen und Lilly helfen ihr Körpergefühl bewussst nach hinten zu lenken.
Zufrieden schnaubt Lilly ab. Herrlich. Mit derartigen Schritt-für-Schritt-Übungen lernt das Pferd bewusst zu fühlen und jedes Bein überlegt zu setzen. Nicht hektisch die Aufgabe hinter sich bringen wollen, Hauptsache drüber oder durch, sondern stattdessen BEWUSST in die Aufgabe und in den eigenen Körper hineinfühlen. So entwickelt das Pferd Körperbewusstsein, Bewegungsgefühl und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Und wir Menschen können dem Pferd hilfreich und unterstützend zur Seite stehen – so werden das Vertrauensverhältnis vertieft und die Bindung zwischen Mensch und Pferd gestärkt. Ganz wichtig ist es, das Pferd nicht zu überfordern. Eine solche Übung erfordert enorm viel Konzentration und Aufmerksamkeit – das ist sehr anstrengend, deshalb dürfen Übungseinheiten dieser Art insgesamt nicht mehr als max. 5-10 Minuten dauern. Danach ist entspanntes Führen gut, um dem Pferd die Möglichkeit zu geben, durchzuatmen und die erlebten Gefühle nachzuspüren und abzuspeichern. Das Pferd sollte sich sowohl vor als auch nach der Übung frisch und munter fühlen. Niemals darf das Pferd ermüdet oder überfordert werden. Das Pferd sollte jedes Mal mit wachem Geist und innerer Zufriedenheit die „Arena“ verlassen 🙂 – voller Vorfreude und Tatendrang auf die nächste Spielrunde 🙂 .

Christin Krischke „Du entscheidest – Reiten mit gutem Gewissen“

„Jede kleine Konvention, die man so macht, weil alle sie so machen, die, wenn man in sich oder sein Pferd hineinhört, unlogisch, unzuträglich oder unangenehm ist, darf ein Reiter hinterfragen! Du entscheidest, ob Du als denkender, selbst verantwortlicher Mensch durch Dein Reiterleben gehst oder die Verantwortung an Deine Reiterkumpel, den Reitlehrer oder die Sportlobby abgeben willst.“ (Seite 75)

„Vieles spricht für kurze Trainingseinheiten: Man weiß heute, dass Pferde sich nur begrenzte Zeit konzentrieren können. In den ersten kurzen Reprisen versteht das Pferd, dass wir ablehnen, es zu überfordern. Dass es immer genung Hirn und Kraft übrig behalten wird, um erhobenen Hauptes den Unterricht zu verlassen. Pferde lernen daraus ganz schnell, dass sie nichts zurückhalten müssen, sondern sich voll und ganz auf die Aufgaben einlassen können, weil ihr Ausbilder nie an ihre Leistungsgrenze geht. Wer sich hier seinem Pferd als absolut zuverlässig erweist, der bekommt ein Geschenk, das ich im Vorwort Bällchenholen genannt habe. Wie bei einem Hund, der begeistert sein Bällchen anschleppt, um zum Spielen aufzufordern, wird der Mensch zum zentralen Interesse des Pferdes. Es wird sich zunehmend auf die Gegenwart seines Reiters und die Trainingseinheiten freuen, was sich durch Brummeln und Wiehern beim Zusammentreffen und extreme Kooperationsbereitschaft zeigt.“ (Seite 100-101)

„Das innere Bild ist die konstanteste Hilfe, die wir beim Reiten zur Verfügung haben, ohne das Pferd damit abzustumpfen.“ Seite (121)

 

Buchempfehlung Christin Krischke „Du entscheidest – Reiten mit gutem Gewissen“ Cadmos-Verlag

Ausflug mit Lea 12.03.2017

Der Frühling ist nicht mehr weit …. Ausflug mit Lea in herrlicher Vorfrühlingsstimmung

Ausritt mit Lea. Der Frühling lässt sich langsam erahnen, dennoch ist es noch ziemlich kalt mit nur wenigen °C über Null. Wir freuen uns auf einen Ausflug bei herrlichem Sonnenschein.
Gymnastizierende Übungen machen überall Freude – hier Schulterherein.
Gemeinsames Erleben – Pferd und Mensch harmonisch miteinander.
So macht Reiten Freude – im Einklang mit dem Pferd, ganz im Hier und Jetzt.
🙂
Unterwegs Herausforderungen erfolgreich gemeinsam meistern macht stark. Mit etwas Kreativität wird jeder Ausflug zum abwechslungsreichen, spannenden Erlebnis und stärkt die vertrauensvolle Bindung Mensch-Pferd sowie das Selbstvertrauen und Körperbewusstsein von Beiden.

 

Auf einer ebenen Wiese bauen wir wieder gymnastische Übungen ein, die uns Spaß machen – hier Übertreten auf der Volte.
Herrlicher Blick auf den Berg „Rachel“